Jetzt ist die 40. Ausgabe erschienen. Sie trägt den Titel „Frankenstein“. Kulinarisch fällt einem dazu spontan Einiges ein. Aber der „Häuptling Eigener Herd“ wäre nicht er selbst, wenn den Autoren nicht noch ein wenig mehr einfiele. Rolf Cantzen und Bodo Dringenberg werfen einen bestens recherchierten Blick in die Kochtöpfe der Kannibalen, Thomas Vilgris setzt sich mit dem medialen Hype um den Analogkäse auseinander, der Restaurantkritiker Jörg Zipprick erinnert wehmütig an den Film „Brust oder Keule“ von Louis den Funès und lässt die Molekularküche alt aussehen. Aber auch Schaumschläger wie der „FAZ-Großkritiker“ Jürgen Dollase, der seine Leser mit Begriffen wie „Texturerwartung“, „Ressentiment-Küche“ oder „Subtilitätsgewinn“ malträtiert, bekommen ihr Fett weg. Vincent Klink steuert „eines der wichtigsten Rezepte des Abendlandes“ bei, um nur einige Beiträge zu erwähnen. Das Ganze ist diesmal mit Zeichnungen von Rattelschneck illustriert.

Vergaß ich zu erwähnen, dass der „Häuptling Eigener Herd“ die von Sterne- und Fernsehkoch Vincent Klink (Restaurant Wielandshöhe) und Satiriker Wiglaf Droste gemeinsam herausgegebene, etwas andere literaturkulinarische Zeitschrift ist? Sie erscheint „so vierteljährlich wie möglich“. Wesentlicher Auslöser für ihr Auftauchen in der Welt vor zehn Jahren war, dass man Klink, als einem Herausgeber des Kulinarischen Almanachs bei Klett-Cotta, still und heimlich, ohne Rücksprache ein Gedicht entfernt hatte. Seitdem tanzt der Häuptling unter dem Motto „Wir schnallen den Gürtel weiter“ auf dem dünnen Seil zwischen Geschmack und Geschmacklosigkeit. Jedes Heft ist einem speziellen Thema gewidmet und wird jeweils durchgehend von wechselnden Zeichnern bebildert. Die „kulinarische Kampfschrift“ kostet im Abo für 4 Ausgaben 54.- Euro, das Einzelheft 14,90. Ich lasse mir jedes Jahr ein Abo zu Weihnachten schenken. Wenn die Post dann eine Ausgabe bringt, lese ich sie mehr oder weniger am Stück durch. Das „Lebensmittel für Hirn und Wanst“ ist das Geschenk für Jeden, der sich für Genuss und Literatur begeistern kann. Mehr Geschenktipps sind von mir bis Weihnachten nicht zu erwarten!
Alte Weinsteige 71, c/o Edition Vincent Klink GmbH, 70597 Stuttgart
www.haeuptling-eigener-herd.de
Einzel- und Abo-Bestellungen:
BuchGourmet, Herrn Dieter K. Eckel, Hohenzollernring 16 – 18, 50672 Köln
Mein Beitrag zu Häuptling Eigener Herd – Ich bin Stroheim – auf Qype<
Absolut lesenswert und unterhaltend, da gebe ich Dir recht. Wohl dem, dessen Mitbewohner so ein schönes Geschenk bekommt…
Ich habe ja gewisse Hoffnungen, dass sich sowas auch günstig für den Schenkenden auswirkt. Sofern sich dieser als Versuchskaninchen für neue Kücheninspirationen zur Verfügung stellen will …
Gewiss!Ja sicher, gewiss, doch!