26
Aug
09

Bad, bad wine…in der box at the beach

Nach einem kurzen sommerlichen Abendspaziergang durch das Hansaviertel zogen uns auf der Suche nach einem Feierabendwein die bunten Lichter in diese Strandbar. Nach Einbruch der Dunkelheit in einem Liegestuhl an der Spree zu sitzen, sich vom kühlen Wind erfrischen zu lassen, den Lichtern von Schiffen und Flugzeugen nachzusehen, dabei Abwegiges mit der Liebsten zu plaudern…Für einen bescheidenen Menschen wie mich ist das schon ein mächtiges Stück vom Glück dieser Welt. Wahrscheinlich wäre es zuviel des Guten, wäre jetzt auch noch ein Glas trinkbarer Wein erreichbar gewesen. War aber auch nicht. Auf der Tafel hinter dem Tresen stehen ohne nähere Angaben Rotwein und Weißwein zur Wahl. Da erwartet man sicher keine Offenbahrung. Selbst dass er in einem Plastikwasserbecher gereicht wurde, hätte ich akzeptiert. Aber für 4 Euro pro 0,2 l hatte ich doch auf irgendetwas Trinkbares gehofft. Im Nachhinein erscheint mir das übertrieben freundliche Grinsen mit dem mir der Barmann das Getränk überreichte geradezu als zynisch.

Für einen Montag voraussehbar war es ziemlich leer. Das Publikum war eher studentisch als touristisch, was ich zunächst als angenehm empfand, denn Student war ich ja selber Mal und Tourist bin ich natürlich selber nie. Aber Lautstärke und Inhaltsleere der Gespräche, die sich kaum ignorieren ließen, trieben uns dann bald in die Flucht. Die Bestellung eines zweiten Glases hatten wir eh nicht in Erwägung gezogen.

So toll es ist, dass eine ehemalige Stadtbrache dieser Nutzung zugeführt wurde, so unverständlich ist es, dass man es wagt seinen Gästen derartige Getränke zu kredenzen. Mal vorausgesetzt dass das Gros der Gäste im nahen Studentenwohnheim Sigmundhof zuhause ist, tun sich einige Fragen auf? Trinken Studenten heutzutage keinen Wein mehr? Wenn doch, haben sie keine Geschmacksknospen? Und hat man als Wirt nicht irgendwie auch die moralische Pflicht das geschmackliche Empfinden junger Menschen zum Positiven hin zu schulen? Sollten wir uns nicht alle für die alkoholische Sozialisation junger Menschen verantwortlich fühlen?

Adresse: Beach at the Box, Englische Straße 21-23, nähe KPM / S-Bhf Tiergarten, D-10587 Berlin


4 Responses to “Bad, bad wine…in der box at the beach”


  1. 26. August 2009 um 17:21

    Und wieso können sich Studenten heutzutage schlechten Wein für 4 Euro leisten?

  2. 3 6kraska6
    26. August 2009 um 20:32

    Völlig richtig! Wir sind für die soziake Alkoholisierung der Jugend verantwortlich!Darauf ein Glas Pisa Grigio!

  3. 27. August 2009 um 11:16

    Früher war schlechter Wein billiger. Kalterer See in der 2-Liter-Flasche bei den Gebrüdern Aldi für 1,98 (Mark!).


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