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Sep
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München an der schwarzen Elster

„Was sind eigentlich Mönche?“ fragte die achtjährige Tochter bei einer Klosterbesichtigung. Nachdem sie eine Antwort bekommen hatte, wendete sie sich an die gleichaltrige Freundin: „Siehste, doch nicht die Einwohner von München!“

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Das kleinere München liegt an der schwarzen Elster und hat 24 Einwohner. 1445 wurde es erstmals als Monchin urkundlich erwähnt, damals wurde bereits das Hammerwerk genannt, das auch noch heute als Siedlungskern fungiert. 1590 gab es in dem Ort fünf besessene Männer. Das waren keineswegs Fälle für einen Exorzisten, sondern Bauern, die einen oder mehreren Hufen Land besaßen und in der dörflichen Sozialhierarchie über den Köttern und Büdnern – Besitzern von Kleinsthöfen – und über den Landlosen standen. 1672 taucht der Ort dann erstmals als München auf. Nach dem verheerenden 30-Jährigen Krieg gab es nur noch fünf Einwohner, 1860 waren es immerhin 45. 1958 wurde München in die benachbarte Kleinstadt Uebigau eingemeindet.

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Auf dem alten Mühlenhof gibt es eine Lokalität, die sich „Münchner Absteige“ nennt. Aber als wir am Himmelfahrtstag, auch Vater- bzw. Herrentag, hier anhielten, waren der Liebsten die zahlreichen fröhlichen Ausflügler nicht geheuer, so dass ich sie nicht zur Einkehr bewegen konnte. Der Ort, zwischen Torgau und Finsterwalde im Elbe-Elster-Kreis gelegen, mag Manchem etwas herunter gekommen erscheinen, auf mich wirkten gerade die Spuren des Vergänglichen in Verbindung mit der das Dorf umgebenen Landschaft eher reizvoll.

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In Anlehnung an das namensgleiche Fest im freistaatlichen München wird seit 2001 hier Anfang Oktober ein Oktoberfest gefeiert. Dann wird ein riesiges Zelt auf der Schafskoppel aufgebaut. Im letzten Jahr sollen sich rund 7000 Besucher eingefunden haben, ca. 10% davon in Dirndl oder Lederhose. 18000 Liter Bier gingen über den Tresen.

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Adresse: 04938 München


3 Responses to “München an der schwarzen Elster”


  1. 16. September 2009 um 10:11

    Ich kann deine Liebste sehr gut verstehen. Am Herrentag würde auch ich nirgendwo einkehren, niemals, nicht einmal in einer so verlockenden Münchner Absteige an der schwarzen Elster.

  2. 19. Oktober 2009 um 18:09

    sehr schön, da muss ich mal hin. überhaupt, ein toller blog, kompliment!! sind wir uns eigentlich irgendwannschonmal bei einer qcn begegnet?

  3. 3 stroheim
    20. Oktober 2009 um 10:18

    Danke für die Blumen! Ich war noch nie auf einer Qype-City-Nacht.


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